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Bürgervorschläge und Grobtrassen

Vier mögliche Trassen von Grafing nach Ostermünchen

Vom Wissen der Menschen profitieren

Unsere Erfahrungen zeigen: Die Planungen profitieren vom Wissen der Menschen in der Region. Um die Menschen im Planungsraum aktiv an der Trassensuche im Projektabschnitt zwischen Grafing und Ostermünchen zu beteiligen, haben wir im Sommer eine Online-Anwendung zur Verfügung gestellt.

Damit konnten alle Bürger:innen mehrere Wochen lang einfach und unkompliziert eigene Streckenvorschläge entwickeln. Das Ziel ist dabei stets, möglichst wenige Betroffenheiten bei Menschen und Natur zu erzeugen, das heißt hohe Raumwiderstandsklassen wie Siedlungen und Wasserschutzgebiete zu umfahren. Zudem muss die Strecke auch verkehrlichen und technischen Aspekten entsprechen. Das ist eine Herausforderung im Planungsraum, der kurz, schmal und hügelig ist.

Bürgervorschläge und Grobtrassen

Parallel zur Bürgerbeteiligung hat auch das Planungsteam mögliche Streckenverläufe entwickelt. Aus den Bürgervorschlägen und den Überlegungen des Planungsteams entstanden in den vergangenen Monaten vier Grobtrassen. Diese Grobtrassen zeigen viele Übereinstimmungen mit den Ideen der Bürger:innen.

Durchgehender Ausbau der Bestandsstrecke – diesen eingebrachten Vorschlag haben wir wie alle anderen Vorschläge fachlich geprüft. Auf der Themeninsel Der Planungsraum haben Sie die Gründe erfahren, weshalb dieser Ausbau so nicht möglich – zu enge Kurvenradien, Siedlungsgebiete und streng geschützte Naturschutzgebiete direkt an der Bestandsstrecke. Die Betroffenheiten für Menschen und Umwelt wären sehr groß.

Wir haben die Bestandsstrecke und die Neubaustrecke dort gebündelt, wo es möglich war. Alle vier Grobtrassen verlaufen zwischen Schammach und Grafing Bahnhof parallel zu den bestehenden Gleisen.

Alles auf einen Blick: Die interaktive Karte

Bei unserer Arbeit ist uns Transparenz wichtig: Diese interaktive Karte bildet daher alle wichtigen Ergebnisse der bisherigen Planung ab. Am unteren Bildrand können Sie sich durch verschiedene Planungsphasen klicken. Auf der rechten Seite haben Sie die Möglichkeit, einzelne Raumwiderstände oder Trassenvorschläge ein- und auszublenden. So können Sie sich einen detaillierten Einblick in die Planungen verschaffen.

Sie fragen – wir antworten

Sie haben Fragen oder Hinweise zum Projekt oder möchten einzelne Aspekte gerne vertieft erklärt bekommen? Leiten Sie diese über das Fragemodul an uns weiter. Wir antworten Ihnen schriftlich auf jede Nachricht.

Dieter Müller, Projektabschnittsleiter Grafing–Ostermünchen

Ich antworte Ihnen gerne!

Ihre Frage an mich

Die wichtigsten Antworten zum Thema finden Sie hier:

Welche Planungstiefe haben die Grobtrassen und sind hier noch Änderungen zu erwarten?

Die Planungen sind noch in einem sehr früher Stadium. Die Grobtrassen liegen im Maßstab 1:25:000 vor und sind grundsätzlich mögliche Linienführungen im Raum, noch keine konkreten Bahnstrecken. Im nächsten Planungsschritt werden die Grobtrassen vertieft geplant. Dabei kann es noch zu Änderungen in Lage und Höhe kommen.

Wo können die Bürgervorschläge und Grobtrassen runtergeladen werden?

Die Bürgervorschläge und Grobtrassen können Sie in der Mediathek herunterladen.

Was unternimmt die Bahn für den Schallschutz?

Beim Neubau sowie der bei wesentlichen baulichen Änderungen von Strecken müssen zur Lärmvorsorge Schallschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Damit sorgt der Bauherr dafür, dass der Lärmpegel die Grenzwerte der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) nicht übersteigt.

Mit einem Lärmsanierungsprogramm werden parallel Lärmminderungsmaßnahmen an der bestehenden Infrastruktur umgesetzt.

Wird der Schallschutz bei der Trassensuche berücksichtigt?

Die Bahnen haben die Bedürfnisse der Bürger:innen fest im Blick. Bei der Planung der Neubaustrecke haben wir in den Dialogforen einen Kriterienkatalog abgestimmt. Darin nimmt der Lärm- und Erschütterungsschutz eine wichtige Rolle ein. Unser Ziel ist, die Beeinträchtigung zu vermindern. Der Kriterienkatalog dient als Bewertungsgrundlage für Trassenvarianten.

Wie sieht es mit Lärmschutz an der Bestandsstrecke zwischen Grafing und Ostermünchen aus?

Im Rahmen der Lärmsanierung fanden zwischen Grafing und Großkarolinenfeld bereits mehrere Lärmschutzprogramme statt und werden derzeit fortgeführt. Nach Abschluss der Maßnahmen haben drei Ortsdurchfahrten aktiven sowie passiven Lärmschutz erhalten (Grafing, Ostermünchen, Großkarolinenfeld). Zusätzlich werden vier Ortsdurchfahrten mit Schienenstegdämpfer ausgerüstet (Grafing, Aßling, Ostermünchen, Großkarolinenfeld).

Hierfür wurden bisher 9,7 Millionen Euro Bundeshaushaltsmittel für Lärmschutz investiert. Damit nur noch leise Wägen auf dem deutschen Streckennetz zum Einsatz kommen, trat zum Fahrplanwechsel 2020/2021 das Schienenlärmschutzgesetz in Kraft. Dieses Gesetz verbietet den Betrieb lauter Güterwägen in Deutschland. Daher müssen seit 1. Januar 2021 Güterzüge mit der „Flüsterbremse“ ausgestattet sein. Dadurch reduziert sich der Schall um durchschnittlich 10 dB(A), was einer subjektiv empfundenen Halbierung des Lärms entspricht.