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Der Weg zur Auswahl­trasse

Schritt für Schritt zur Auswahl­trasse

Ohne die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene werden die europäischen Klimaziele nicht erreicht. Deshalb baut die Bahn im Auftrag des Bundes das Schienennetz aus.

Den Rahmen dafür schafft der Bundesverkehrswegeplan. Der Brenner-Nordzulauf steht im vordringlichen Bedarf und umfasst die Bahnstrecke von München nach Kufstein.

Die Bahnstrecke zwischen Grafing und Ostermünchen ist der letzte Neubauabschnitt, für den wir die Auswahltrasse festlegen.

Viele Daten und Untersuchungen: Die Ermittlung von Raumwiderständen

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Zu Beginn der Planung haben wir detailliert den Raum analysiert. Zwischen Grafing und Ostermünchen gibt es zahlreiche Siedlungsgebiete, Schutzgebiete, landwirtschaftliche Flächen, Wälder, Straßen, Denkmäler und vieles mehr. Alle Daten haben wir gesammelt und in Grundlagenkarten für Mensch und Natur überführt.

Aus den Grundlagen haben wir sogenannte Raumwiderstände abgeleitet. Diese zeigen an, wie anspruchsvoll es ist, eine Bahnstrecke zu bauen. Hohe Raumwiderstände wie geschlossene Siedlungen oder Schutzgebiete werden bei der Trassensuche nach Möglichkeit vermieden.

Was sind Raumwiderstandsklassen?

Viel Dialog und Beteiligung: Die Suche nach geeigneten Trassen

Nach der Raumanalyse haben wir mit der Suche nach möglichen Streckenverläufen begonnen. Dabei haben wir die Bürger:innen der Region intensiv beteiligt.

 

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202 Bürgervorschläge

Wo ist die neue Bahnstrecke von Grafing nach Ostermünchen möglich? Die Beteiligung der Bürger:innen ist uns wichtig. Deshalb haben wir die Menschen nach ihren Ideen gefragt. Im Sommer 2021 haben sie eigene Trassenvorschläge eingebracht.

202 Vorschläge gingen bei uns ein. Jeder einzelne wurde geprüft. Die fachliche Analyse haben wir den Bürger:innen individuell mitgeteilt.


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Fünf Grobtrassen

Das Planungsteam hat die Ideen bei der Trassensuche berücksichtigt. Als Kombinationen aus Bürgervorschlägen und Überlegungen des Planungsteams entstanden die vier Grobtrassen Pink, Limone, Rot und Orange. Diese wurden anschließend vertieft geplant. Gleichzeitig haben wir den Dialog fortgesetzt.

Als Ergebnis des Dialogs haben wir, basierend auf zwei externen Trassenvorschlägen, eine weitere Grobtrasse Türkis entwickelt. Diese verläuft weitgehend nahe am Bestand und wurde gleichwertig ausgeplant.


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Der Kriterienkatalog

Wie finden wir die beste Trasse? Die Beurteilungsmethode haben wir gemeinsam mit dem Dialogforum und einem unabhängigen Expertenteam der Universität Innsbruck vor Planungsbeginn festgelegt. In diesem Kriterienkatalog sind vielfältige Aspekte aus den Bereichen Verkehr, Technik, Raum, Umwelt und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt.

Anhand von 32 Teilkriterien wurden die fünf Varianten objektiv bewertet. Anschließend wurden für jede Variante die Kosten ermittelt und der Bewertung gegenübergestellt.

Die Ergebnisse der fachlichen Bewertung des Planungsteams

Alle Varianten wurden anhand des Kriterienkatalogs bewertet. Fünf steht für eine gute Zielerfüllung. Neben den Bewertungspunkten wurden mögliche Genehmigungsrisiken analysiert: Sie sind mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet.

!Hohe Genehmigungsrisiken sind mit einem Ausrufezeichen markiert.
  Trassenvarianten
Fachbereich Hauptkriterium LIMONE ORANGE ROT PINK TÜRKIS
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1 Verkehr und Technik 1-1 Eisenbahntechnik – Infrastruktur 4 4 3 3 4
1-2 Betriebsführung 5 5 4 4 5
1-3 außergewöhnliche Betriebszustände 4 3 3 2 3
1-4 Bauausführung 3 3 3 3 3
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2 Raum und Umwelt 2-1 Mensch – Gesundheit & Wohlbefinden 4 4 3 3 1
2-2 Mensch – Raumentwicklung 4 4 4 4 4
2-3 Mensch – Raumnutzungen 4 4 3 4 3
2-4 Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt 3 2! 3 3 2
2-5 Wasser 3 2! 3 5 5
2-6 Landschaft 3 3 2 2 3
2-7 Boden, Land- und Forstwirtschaft 2 2 1 1 3
2-8 Luft und Klima 3 2 3 3 3
2-9 Sach- und Kulturgüter 4 4 4 4 3
2-10 Fläche 3 2 3 3 4
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3 Kosten und Risiken 3-1 Kosten 3-1-1 Investitionskosten (in Mrd. €) 1,48 1,66 1,43 1,63 1,60
3-1-2 laufende Kosten (in Mio. € pro Jahr) 3,6 3,9 3,6 4,2 4,2
3-2 Risiken   !!      
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Kosten-Wirksamkeitsanalyse
Nutzenpunke Verkehr & Technik 16 15 13 12 15
Nutzenpunke Raum & Umwelt 33 29 29 32 31
Nutzenpunkte GESAMT 49 44 42 44 46
Investitionskosten je Nutzenpunkt (in Mio. €) 30 38 34 37 35
Kosten-Wirksamkeitsbetrachtung aller Varianten 100% 127% 113% 123% 117%
 

Das Ergebnis der objektiven Methode: Die Auswahltrasse ist die Variante Limone.

  • Die Variante Limone hat die meisten Bewertungspunkte erzielt, sowohl im Bereich Verkehr und Technik als auch im Bereich Raum und Umwelt. Sie erzielt außerdem die beste Bewertung bei Lärm und Erschütterungen und geht nun in die weitere Planung. Bei elf von 14 Hauptkriterien erzielt die Variante Limone die höchste Punktzahl von allen fünf Grobtrassen.
  • Die Trasse Orange weist bei den Hauptkriterien Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt sowie Wasser hohe Genehmigungsrisiken auf. Grund sind die Auswirkungen der Variante auf das FFH-Teilgebiet Attelleite und die Zone II des Trinkwasserschutzgebiets bei Oberelkofen.
  • Die Trasse Türkis erhält im Hauptkriterium Mensch – Gesundheit und Wohlbefinden eine schlechte Zielerfüllung. Das liegt an der hohen Zahl zusätzlich durch Lärm belasteter Flächen und Menschen – sowohl tagsüber als auch nachts.
  • Die Varianten Rot und Pink erhalten beim Hauptkriterium Boden, Land- und Forstwirtschaft aufgrund der Trassenführungen eine schlechte Zielerfüllung

 

Die umfangreichen Unterlagen zur fachlichen Beurteilung können Sie hier transparent einsehen.

Damit liegt die Auswahltrasse vor. Doch wie sieht sie genau aus? Wo verläuft sie und welche Besonderheiten hat sie? Details dazu und eine interaktive Karte finden Sie auf der nächsten Themeninsel.