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Die Bewertung

Violett gewinnt bei Raum & Umwelt

Ganz am Anfang stand der Kriterienkatalog

Fünf verschiedene Varianten haben die Planer:innen bei ihrer Arbeit untersucht. Doch wie gut sind die einzelnen Trassen und in welchen Bereichen gibt es Schwierigkeiten? Schon vor Beginn der Planung haben wir mit dem Kriterienkatalog die Grundlage für die nun erfolgte Bewertung erarbeitet. Dieses international erprobte Vorgehen sorgt für eine transparente und nachvollziehbare Bewertung der Trassen.

Der Kriterienkatalog umfasst drei Fachbereiche: Verkehr und Technik, Raum und Umwelt sowie Kosten und Risiken. Jeder Fachbereich setzt sich aus mehreren Hauptkriterien mit Teilkriterien und Indikatoren zusammen. So entsteht ein umfangreiches Bewertungsraster.

Die Anliegen der Region im Blick

Bei der Entwicklung der Kriterien haben wir die Anliegen der Region berücksichtigt. In Zusammenarbeit mit 155 Stellvertreter:innen aus den Gemeinden entstand ein objektiver Kriterienkatalog. Als Ausgangspunkt diente ein Entwurf, der gesetzliche Vorgaben und Richtlinien sowie wichtige Erfahrungswerte aus änlichen Projekten enthielt. Im Dialog haben wir über die Hälfte der Indikatoren angepasst oder neu aufgenommen.

Bewertung anhand der Kriterien

Anhand des Kriterienkatalogs haben wir die fünf Trassenvarianten für den Brenner-Nordzulauf fachlich beurteilt.

Bilanzierung: Basis sind messbare Werte

Begonnen haben wir mit der Bilanzierung: Das heißt wir haben messbare Werte ermittelt – die sogenannten Indikatoren. Ein gutes Beispiel sind Biotope. Für jede Variante haben wir ermittelt, wie viel Fläche in Biotopen benötigt wird.

Teilkriterien: Punkte messen den Grad der Zielerfüllung

Auf dieser Basis haben wir Punkte vergeben. Kann eine Trasse das Ziel eines Teilkriteriums vollständig erfüllen, erhielt sie eine Wertung von fünf Punkten. Können wesentliche Ziele nur schlecht erfüllt werden, bekam die Trasse für das jeweilige Teilkriterium einen Punkt. Die Bewertung der Teilkriterien ist der Durchschnitt aus den Bewertungen der zugehörigen Indikatoren.

Hauptkriterien: Die Punkte fließen zusammen

Analog ergab sich die Bewertung der Hauptkriterien aus dem Durchschnitt ihrer jeweiligen Teilkriterien. Im Zweifelsfall entschieden Leitkriterien über die Ab- oder Aufrundung.

So haben wir alle Varianten anhand des Kriterienkatalogs bewertet.

K.O.-Kriterien lassen Varianten ausscheiden

Problematisch wird es dann, wenn eine Trasse nicht genehmigungsfähig oder technisch nicht umsetzbar ist. In diesem Fall macht die Bewertung K.O.-Kriterien sichtbar. Diese Trassen scheiden damit aus. Die Variante „Blau“ wurde im Raumordnungsverfahren als nicht raumverträglich eingestuft. Diese Einstufung deckt sich mit dem Ergebnis unserer Bewertung. Besondere Schwierigkeiten gibt es bei den Tier- und Pflanzenlebensräumen. Sie stellen für die Variante Blau ein K.O.-Kriterium dar.

Beim Brenner-Nordzulauf im Raum Rosenheim hat sich insbesondere die Geologie als Problem herausgestellt. Auf dem Seeton im Zentralbereich des Rosenheimer Beckens ist mit langfristigen Kriechverformungen zu rechnen. Strecken wären in diesen Bereichen nicht gebrauchstauglich. Die westlichen Varianten scheiden daher ebenfalls aus. Mehr erfahren Sie auf der Themeninsel „Geologie“.

Violett ist die Auswahltrasse

Im Ergebnis steht Variante „Violett“ als Auswahltrasse. Sie schneidet im Bereich „Raum und Umwelt“ am besten ab. Im Vergleich hat die Trasse verschiedene Vorteile:

  • weniger Flächenbeanspruchung
  • schont die Landschaft
  • minimiert die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Bewertung der fünf Trassenvarianten.

Hier finden Sie unseren Gesamtbericht. Dieser enthält eine detaillierte Beschreibung aller Bewertungsergebnisse mit allen Kriterien und Indikatoren. Auch die Kosten werden den Bewertungspunkten gegenübergestellt.

Alles eine Frage der Perspektive?

In der Sensitivitätsanalyse haben wir geprüft, ob unterschiedliche Betrachtungswinkel/Betrachtungsperspektiven das Ergebnis beeinflussen würden. Vor Beginn der Trassenentwicklung konnten die 155 Vertreter:innen aus der Region die Hauptkriterien gewichten. Stellvertretend für unterschiedliche Interessen in der Region haben sie angegeben, welche Hauptkriterien ihnen besonders wichtig sind.

Das Ergebnis: Die Auswahltrasse bleibt auch unter Berücksichtigung der Wertehaltungen stabil. Hier finden Sie den Bericht zur Sensitivitätsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

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